|
|
 |
|
 |
|
 Gut zu wissen
Wer als Reisender den Menschen, die er unterwegs trifft, respektvoll und zurückhaltend gegenübertritt, kann eigentlich kaum etwas falsch machen. Vielleicht sollte man auch daran denken, dass das eigene Verhalten mit dem Land, aus dem man kommt, assoziiert wird und damit dazu beitragen kann, Vorurteile ab- oder auch aufzubauen.
Es gibt natürlich regionale Unterschiede und die Menschen in der Stadt sind in manchen Dingen viel liberaler als auf dem Land. Die Mexikaner mit "etwas mehr" Geld, möchten sich auch von den "ärmeren" Mexikanern unterscheiden. Dies schlägt sich in Verhalten, Kleidung und auch Hautfarbe nieder. Es kann schon vorkommen, dass die Reicheren die Sonne meiden, weil sie von der Hautfarbe nicht mit den Indios oder Ärmeren gleichgesetzt werden wollen. Mexikaner gehen höflicher miteinander um als Deutsche. Vor allem beim Kennen lernen sowie bei offiziellen Anlässen, Behördengängen etc. wird sogar eine gewisse Förmlichkeit sehr geschätzt. Dies äußert sich z. B. in Floskeln wie ¡Pase adelante! ("Treten Sie doch ein!", vorher sollte man selbiges denn auch nicht tun) oder ¡Con permiso! ("Gestatten Sie!", etwa wenn man sich durch den vollen Bus drängelt).
Bei Begrüssungen gibt jeder jedem die Hand, auch wenn das Ganze dadurch etwas länger dauert. Befreundete Männer umarmen sich oft, Frauen geben sich einen Kuss auf die Wange. Immer, wenn mehrere Leute irgendwo auf etwas warten, bilden sie eine Schlange. Vordrängeln ist sehr grob und unhöflich.
Da besonders Ausländer stark nach ihrem Äußeren beurteilt werden, ist angemessene Kleidung sehr wichtig. Am besten passt man sich den einheimischen Gepflogenheiten an (was keineswegs bedeutet, nur noch in Indianertracht herumzulaufen): Männer tragen (außer am Strand) keine kurzen Hosen, Frauen sollten auf freizügige Kleidung verzichten und auf jeden Fall einen BH tragen. Männer mit Ohrringen gelten bestenfalls als unmännlich. Natürlich ist In den großen Städten die Sichtweise etwas anders, doch mit Zurückhaltung machen Sie nichts falsch!
Bei privaten Treffen verabredet man sich meist in einem Café o.ä. Eine Einladung nach Hause ist bereits ein großes Zeichen der Verbundenheit, allerdings nur ernst zunehmen, wenn sie ein zweites Mal bestätigt wurde. Es ist dann durchaus üblich, ein kleines Geschenk mitzubringen. Mexikanische Pünktlichkeit bedeutet, frühestens eine halbe Stunde nach der vereinbarten Zeit zu kommen.
Mittagsruhe: Zwischen ca. 14 und 17 Uhr läuft das Leben in Mexiko auf Sparflamme, denn dann hält man Siesta. Man tut gut daran, diese nicht zu stören.
Fotografieren: Dass man nicht hemmungslos Menschen fotografiert, ohne sich vorher in irgendeiner Form ihrer Einwilligung vergewissert zu haben, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Oft wird einem zu verstehen gegeben werden, dass das Foto eine Kleinigkeit kostet. Man kann dem verewigten ja auch anbieten, ihm einen Abzug zu schicken. Die Kritik an den Verhältnissen in ihrem Land überlässt man besser den Mexikanern selbst, andernfalls gilt man schnell als arrogant und besserwisserisch.
90 % der Touristen, die Mexiko bereisen, kommen aus den USA, mit denen die Mexikaner eine Art Hassliebe verbindet. Man wird daher automatisch zunächst einmal für einen Ami gehalten und gleich viel vorurteilsfreier betrachtet, wenn man sich als Europäer zu erkennen gibt. Die berühmte mordida (wörtlich.: "kleiner Biss") ist ein mehr oder weniger großer Geldbetrag, durch den die verschiedensten Vorgänge ermöglicht, verhindert, beschleunigt oder verlangsamt werden. Dies dient normalerweise beiden Seiten und hat in den Augen der Mexikaner nicht unbedingt etwas mit Bestechung zu tun. Bieten Sie trotzdem niemandem direkt eine mordida an, sondern warten Sie besser ab, bis man Ihnen diese Möglichkeit signalisiert.
Die Bezeichnung Indios für die Ureinwohner Lateinamerikas klingt nicht nur im Deutschen diskriminierend. Statt dessen verwendet man besser den Begriff indígenas (sowohl für Männer als auch für Frauen), was "Einheimische" bedeutet.
..
nach oben
Themen
|
| |
 |
|
 |
| | | |
|
|